Sicherheit in Reisebussen

Sicherheit in Reisebussen

Pünktlich zu den jährlichen Sommerferien ereignet sich meistens irgendwo bedauerlicherweise ein schweres Busunglück. Infolgedessen kommt es häufig zu Verunsicherungen bei Eltern angesichts der Tatsache, dass die Freizeit ihres Kindes kurz bevor steht und diese ebenfalls mit dem Bus durchgeführt wird. Hinzu kommen Schreckensmeldungen wie z. B. abgefahrene oder runderneute Reifen, Lenkzeitenverstöße der Fahrer, mangelnde Ladungssicherheit oder nicht funktionierende Sicherheitsgurte.

Viele Freizeitteams sehen sich oftmals mit dieser Situation konfrontiert und müssen Rede und Antwort stehen. Aus diesem Grund hier eine kleine Orientierung:

Geringstes Unfallrisiko aller Straßenverkehrsmittel

Reisebusse sind statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel auf deutschen Straßen, das bestätigt der TÜV jedes Jahr aufs Neue. Die Sicherheitsstandards für Personal und Technik in Deutschland sind hoch. Bei keinem anderen Verkehrsmittel ist das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, so gering wie bei Bussen. Wenn doch etwas passiert, sind die Folgen wegen der hohen Zahl an Insassen allerdings oftmals fatal.
Rund 80 Millionen Fahrgäste sind jedes Jahr in Deutschland mit einem Reisebus unterwegs. Das Unfallrisiko lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vergangenes Jahr hier nur bei 1,6 Prozent. Zum Vergleich: 56,4 Prozent aller in einen Unfall verwickelten Verkehrsteilnehmer saßen in einem Pkw. 2015 kam nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland „nur“ ein Mensch bei einem Unfall in einem Reisebus um. Nimmt man noch Schulbusse, Linienbusse und sonstige Busse dazu, waren es insgesamt fünf Menschen.
Alle Busse werden in Deutschland einmal pro Jahr komplett technisch überprüft. Ab dem vierten Jahr der Zulassung gibt es zusätzlich vierteljährliche Sicherheitsprüfungen. Die Fahrerlaubnis von Omnibusfahrern muss alle fünf Jahre verlängert werden, Voraussetzung dafür: 35 Stunden Weiterbildung, ein Gesundheits-Check sowie eine augenärztliche Untersuchung. Für Fahrer über 50 gibt es zusätzliche Auflagen. Um zu verhindern, dass die Fahrer zu müde sind, gibt es gesetzlich vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten.
2015 waren nach Angaben des TÜV nur 0,1 Prozent der untersuchten Busse verkehrsunsicher, 66,9 Prozent waren ohne Mängel, 18,5 Prozent hatten erhebliche Mängel, 14,5 Prozent geringe Mängel.

Gurt ist Pflicht

In Fernbussen gilt im Gegensatz zu Linienbussen im öffentlichen Personennahverkehr seit 1999 Gurtpflicht. Die Fahrer müssen ihre Insassen vor jeder Fahrt darauf hinweisen. Ob diese die Gurte auch anlegen, liegt allerdings in ihrer eigenen Verantwortung. Wenn der Bus kontrolliert wird, müssen sie deshalb selbst haften.
Wer im Bus sitzt, wird statistisch gesehen seltener in einen Unfall verwickelt, doch selbst wenn es kracht, sind die Insassen eines Busses dank der größeren Knautschzonen sowie eines Überrollbügels besser geschützt.

Hohe Sicherheitsstandards

Busse verfügen standardmäßig über drei verschiedene Bremssysteme sowie einen Tempobegrenzer auf 100 km/h. Außerdem sorgen Spurassistenten dafür, dass ein Bus auf Kurs bleibt.
Neu zugelassene Busse sind seit dem 01.11.2015 mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Notbremssystem ausgestattet. Sollte ein Fahrer nicht von selbst abbremsen, leitet dieses eine automatische Notbremsung ein. Allerdings sind die Systeme sehr unterschiedlich. Eine Vollbremsung ist nicht Vorschrift. Die Assistenten müssen die Geschwindigkeit nur um 20 km/h senken und damit die Wucht des Aufpralls verringern können. Ab November 2018 müssen auch Altfahrzeuge nachgerüstet werden.

Gesammelte Informationen und Checklisten für Freizeitteams

Auf was ein Freizeitteam bei Nutzung von Reisebussen achten sollte, findet sich ausführlich und kompakt dargestellt unter folgendem Link:

www.sicherheit-im-reisebus.de

Auswahl von Busunternehmen

Beim Bundesamt für Güterverkehr kann man über den Namen eines Busunternehmens oder aber über eine Ortssuche offizielle Informationen zu allen lizenzierten Busunternehmen in Deutschland erhalten.
Hinweis:
Normal ist eine 10jährige Betriebserlaubnis.
Eine Befristung auf 5 Jahre ist auffällig.
Eine Befristung auf 2 Jahre ist sehr ungewöhnlich und weist auf Probleme im und mit dem Unternehmen hin.