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"Weil es nicht einfach vom Himmel fällt" – Argumentationshilfe für Freizeitenarbeit

Freizeitteilnehmende der Ev. Jugend haben in einer wissenschaftlichen Untersuchung der AEJ-NRW erneut ihren Freizeiten Bestnoten verliehen. Eine Broschüre fasst die herausragenden Ergebnisse zusammen. Diese kann gut in Gremien wie Presbyterien verteilt werden, um den Wert von Freizeiten fundiert darzustellen. Hier geht es zu mehr Infos und Bestellmöglichkeit…

„Nächstes Jahr fahre ich wieder mit!“

Untersuchung bestätigt: Ferienfreizeiten sind ein attraktives und effektives Handlungsfeld evangelischer Jugendarbeit.

Anna ist 16 Jahre alt und treuer Fan der Jugendfreizeiten ihrer Kirchengemeinde. Zum dritten Mal war sie jetzt dabei und sagt voll Überzeugung „Ich war von der Freizeit begeistert!“ Mit ihrer Faszination ist Anna nicht allein, denn erneut verliehen Kinder und Jugendliche dem Angebot evangelischer Ferienfreizeiten in Westfalen und Rheinland eine Bestnote. Aus Sicht der Teilnehmenden haben die Freizeiten unter Einbeziehung von Rubriken wie Atmosphäre, Programm, Betreuungspersonen, Spaß und Gruppenerlebnis die Gesamtnote 1,7 verdient.

Dies zeigen die jetzt veröffentlichten Ergebnisse einer Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Nordrhein-Westfalen (AEJ-NRW) mit dem Titel „Weil es nicht einfach vom Himmel fällt... - Zur Qualität der Freizeitenarbeit in NRW“.

Gut vorbereitet

„Die Freizeit war für mich ein Höhepunkt des Jahres.“ 69% der Jugendlichen konnten dieser Aussage bei der Befragung zustimmen. Um ein solches Ergebnis zu erreichen, wird auf gute Rahmenbedingungen geachtet.

So haben 91,1 % der ehrenamtlichen Mitarbeitenden bei Jugendfreizeiten, ihr Alter reicht von 18 bis 24 Jahren, eine formale Aus- oder Fortbildung für die Kinder und Jugendarbeit. Auch das Betreuer-Teilnehmenden-Verhältnis mit 1:3,7 ist sehr gut. Mit diesem intensiven Betreuungsschlüssel heben sich evangelische Freizeiten deutlich von Reisen kommerzieller Anbieter ab. Viele und gleichzeitig qualifizierte Mitarbeitende sind damit ein deutliches Qualitätsmerkmal evangelischer Freizeiten in Westfalen und im Rheinland.

Auch Kirche kann viel gewinnen

Dass immerhin 23% der Jugendlichen auf den Freizeiten nicht evangelisch sind, bei Kinderfreizeiten liegt dieser Wert bei 30%, zeigt, dass die Freizeitenangebote über die eigenen Konfessionsgrenzen hinaus für die Zielgruppe attraktiv sind.

90% der Jugendlichen sind zwischen 13 und 17 Jahre alt und die Hälfte von ihnen war zum ersten Mal auf einer Freizeit des Veranstalters dabei. Aus Sicht der Institution Kirche bieten Freizeiten damit eine gute Möglichkeit insbesondere neue und junge Menschen anzusprechen.

Im Hinblick auf christliche Verkündigung sind die Ergebnisse bemerkenswert. 63 % der nicht-evangelischen Jugendlichen bestätigen: „Durch diese Freizeit habe ich eine positive Erfahrung mit der Kirche gemacht“. Der Aussage „Ich habe in Gesprächen Anstöße zu religiösen Fragen bekommen“ haben 51% der nicht-evangelischen und 60% der evangelischen Jugendlichen zugestimmt. Das Live-Erleben ist in vielerlei Hinsicht das große Plus der Freizeitenarbeit auch im Hinblick auf Spiritualität. So stimmen 55% der nicht-Evangelischen der Aussage zu: „Was Christsein heißt, war bei dieser Freizeit erlebbar.“ Bei den Evangelischen sind es sogar 70%. Viele geben an, dass der Glaube an Gott ihnen nach der Freizeit deutlich wichtiger ist, als zuvor. Sogar 40% der nicht-evangelischen Jugendlichen stimmt dieser Aussage zu.

Auch zum Thema Nachwuchsgewinnung leisten Freizeiten einen wertvollen Beitrag. So zeigen die Ergebnisse der Untersuchung, dass 70% der jungen Leute durch eine Freizeit Lust bekommen haben, selbst einmal Mitarbeiter oder Mitarbeiterin zu werden.

Wohin geht die Reise?

Die Ergebnisse zeigen auch, dass es mehr Interesse an Freizeiten gibt, als Plätze zur Verfügung stehen. Dies trifft auf die Kinderfreizeiten mehr zu (68%) als auf die Jugendfreizeiten (42%). „Für die Zukunft ist also zu überlegen, ob das Angebot nicht erweitert werden sollte“, bewertet Diakon Thorsten Schlüter vom Amt für Jugendarbeit der EKvW die Ergebnisse. „Die Untersuchung hat uns wichtige Hinweise für die weitere Arbeit geliefert.“, so Schlüter. So gibt es im Bereich der inklusiven Reiseangebote für junge Menschen mit und ohne Behinderung durchaus noch Entwicklungspotential, erklärt Schlüter selbstkritisch.

Freizeiten im Ausland ermöglichen Begegnungen mit fremden Kulturen, Sprachen und Menschen. „Diese Erlebnisse weiten den eigenen Blick und ermöglichen Vorurteile und Ressentiments abzubauen. Die Anteile der interkulturellen Arbeit auf Freizeiten gilt es folglich in Zukunft weiter zu stärken“, folgert Schlüter abschließend.

Die gesamte Untersuchung ist online zugänglich unter:
www.juenger-freizeitenservice.de

Für die Erhebung wurden 2656 Kinder und Jugendliche sowie 635 Mitarbeitende befragt. Insgesamt nehmen jährlich über 22.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an mehr als 600 gemeldeten Jugenderholungsmaßnahmen der Evangelischen Jugend in NRW teil. Experten vermuten allerdings, dass die reale Zahl noch deutlich darüber liegt. Wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wurde die Untersuchung von Prof. Dr. Wolfgang Ilg und Mirjam Rutkowski von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg.

Diese Datenerhebung ist bislang die bundesweit größte dieser Art eines einzelnen Jugendverbandes.

 

Eine kostenfreie Bestellung der Broschüre ist im Shop unter www.juenger-westfalen.de möglich.

Download der Broschüre als pdf.